Der SPLG-Grouper versteht eine Vielzahl von Dateiformaten. Teilweise handelt es sich um externe Formate, die von anderen Gremien definiert wurden, teilweise sind es speziell für den SPLG-Grouper definierte Formate.
Für die meisten Anwender dürften für die Daten 2024 das SpiGes-XML-Format des BFS am wichtigsten sein. Für vorangehende Datenjahre sind das BFS-MS-Format und das darauf aufbauende SDEP-Format die wohl am häufigsten verwendeten Formate. Es ist aber auch möglich, mit dem SwissDRG-Format zu gruppieren.
Speziell für den SPLG-Grouper wurde ein Format definiert, das in drei Varianten verfügbar ist: SPLG-TEXT, SPLG-XML und SPLG-JSON. Diese Varianten sind vor allem für die technische Integration interessant oder für den Fall, dass die Daten nicht bereits in einem der anderen Formate vorliegen.
Das abstrakte Format bildet die inhaltliche Basis aller anderen Formate. Es definiert die abstrakte Struktur und die enthaltenen Felder. Insbesondere die Formate SPLG-TEXT, SPLG-XML und SPLG-JSON sind direkte und vollständige Realisierungen des abstrakten Formates.
Die Daten sind hierarchisch strukturiert: Eine Datei besteht aus einer Liste von Fällen. Jeder Fall besteht aus a) allgemeinen Daten, b) Diagnosen und c) Behandlungen, wobei für jede Behandlung potenziell ein oder zwei Operateure definiert sein können, d) Patientenbewegungen («Bewegungen»), welche definieren, in welchen Zeiträumen der Patient wo war (d.h. in welchem Standort, oder extern oder im Urlaub, …) Diese Bewegungen sind für den Grouper nur fürs Controlling relevant.
Es gibt fünf Kategorien von Variablen:
Für die Ermittlung der SPLG und der MFZ Spital und Operierende werden die Variablen der Kategorie Grouper benötigt. Soll ein Leistungscontrolling durchgeführt werden, so sind zusätzlich die Variablen der Kategorie Controlling nötig. Die Variablen der Kategorie Output werden vom Grouper überhaupt nicht verwendet, jedoch in der GAF-Datei ausgegeben. Diese Variablen werden typischerweise im Zusammenhang mit dem Leistungscontrolling verwendet, um die Beurteilung von Verstössen zu erleichtern.
Ist die SpiGes-Variable angegeben, so wird der Wert wie im SpiGes-Datensatz definiert oder kann davon abgeleitet werden. Ist keine Variable angegeben, so ist der Inhalt in der Beschreibung erklärt.
Variablen der Kategorien Zusatz und Output werden nicht vom Grouper geprüft!
Diese Angaben sind nur für die Ermittlung der Mindestfallzahlen für Operierende nötig.
Das SPLG-TEXT-Format ist eine einfache Umsetzung des abstrakten Formates. Es besteht pro Fall aus drei bis fünf Zeilen.
Die erste Zeile besteht aus dem Text ‘SPLG-INPUT’ und definiert das Format.
Die zweite Zeile enthält die allgemeinen Daten als Liste von Einträgen der Form <name=wert>, getrennt durch Strichpunkte. Nicht vorhandene Werte dürfen weggelassen werden.
Die dritte Zeile beginnt mit ‘ICD ‘ und danach folgend die Diagnosen getrennt durch Strichpunkte. Allfällige Seitigkeit wird an den ICD-Code angehängt, getrennt mit Doppelpunkt.
Die vierte Zeile beginnt mit ‘CHOP ‘ und danach folgend die Behandlungen, ggf. inklusive Operierende. Die einzelnen Behandlungen werden mit Strichpunkten getrennt. Jede Behandlung besteht aus mehreren Felder, welche durch Doppelpunkte getrennt sind. Die Felder sind Code, Seitigkeit, Ambext, Beginn. Die Angaben zu Operierenden werden an die Behandlung angehängt im Format
[[gln:funktion:zulassung]]
oder
[[gln1:funktion1:zulassung1],[gln2:funktion2:zulassung2]]
Die optionale fünfte Zeile beginnt mit ‘BEWEGUNGEN ‘ und danach folgen die Bewegungen. Die einzelnen Bewegungen werden durch Strichpunkte getrennt. Jede Bewegung besteht aus mehreren Feldern, welche durch Doppelpunkte getrennt sind. Die Felder sind Beginn, Ende, Art, BURNr.
Wird mehr als ein Fall definiert, so muss nur der erste Fall die Zeile mit dem Text ‘SPLG-INPUT’ aufweisen. Die folgenden Fälle bestehen dann nur aus je drei bis vier Zeilen mit allgemeinen Daten, Diagnosen und Behandlungen und optional Bewegungen.
Beispiel:
SPLG-INPUT burnr=12345678;plz=8000;wohnkanton=ZH;fallid=1234;falltyp=A:3:1;agey=62;aged=0 ICD C541;K660 CHOP 6861:::2018041915[[7601000000000:1:1],[7601000000001:2:1]];6541:0::20180419 BEWEGUNGEN 20180419:20180423:1:12345678
Das SPLG-XML-Format ist eine Umsetzung des abstrakten Formates in XML. Jeder Fall wird als <fall>-Element innerhalb des Rootelements <splg-xml> abgelegt und enthält seinerseits wiederum die Elemente <diagnose>, <behandlung>.
Das Element <fall> enthält Attribute, welche den gleichbenannten Feldern des allgemeinen Teils des abstrakten Formates entsprechen. Ebenso enthalten die Elemente <diagnose>, <behandlung>, <operateur> und <bewegung> Attribute, welche den gleichbenannten Feldern der zugehörigen Teile des abstrakten Formates entsprechen.
Beispiel:
<splg-xml>
<fall burnr="12345678" plz="8000" wohnkanton="ZH" fallid="1234"
falltyp="A:3:1" agey="62" aged="0">
<diagnose code="C541" zusatz="C99" rang="0"/>
<diagnose code="K660" rang="1"/>
<behandlung code="6861" beginn="2018041915" rang="0">
<operateur gln="7601000000000" funktion="1" zulassung="1"/>
<operateur gln="7601000000001" funktion="2" zulassung="1"/>
</behandlung>
<behandlung code="6541" beginn="20180419" ambext="3" rang="1"/>
<bewegung beginn="20180419" ende="20180423" art="1" burnr="12345678" />
</fall>
...
</splg-xml>
Das SPLG-JSON-Format ist eine Umsetzung des abstrakten Formates in JSON. Jeder Fall wird als JSON-Objekt definiert, wobei Diagnosen, Behandlungen und gegebenenfalls Operateure Listen von weiteren JSON-Objekten sind. Die JSON-Objekte der einzelnen Fälle werden als Liste in einem globalen JSON-Objekt unter dem Namen «splg-json» abgelegt. Die Namen der einzelnen Felder sind dieselben wie im abstrakten Format. Alle Werte werden als String abgelegt mit Ausnahme des Rangs bei Diagnosen und Behandlungen, welcher numerisch abgelegt wird. Die JSON-Datei muss das Encoding UTF-8 aufweisen.
Beispiel:
{"splg-json":
[{
"burnr": "12345678",
"plz": "8000",
"wohnkanton": "ZH",
"fallid": "1234",
"falltyp": "A:3:1",
"agey": "62",
"aged": "0",
"diagnosen": [
{"code": "C541", "zusatz": "C99", "rang": 0},
{"code": "K660", "rang": 1}
],
"behandlungen": [
{"code": "6861", "beginn": "2018041915", "rang": 0,
"operateure": [{"gln": "7601000000000", "funktion": "1", "zulassung": "1"},
{"gln": "7601000000001", "funktion": "2", "zulassung": "1"}]},
{"code": "6541", "ambext": "3", "beginn": "20180419", "rang": 1}
],
"bewegungen": [
{"beginn": "20180419", "ende": "20180424", "art": "1", "burnr": "12345678"}
]
},
...
]
}
Das SpiGes-XML-Format wurde vom Bundesamt für Statistik definiert. Der aktuelle Stand (Version 1.5) wird vom SPLG-Grouper als Eingabeformat unterstützt. Und zwar werden sowohl die SpiGes-Data-Files als auch die SpiGes-Ids-Files erkannt und eingelesen. Für die Definition von Format und Inhalt muss auf die Dokumente des SpiGes-Projektes verwiesen werden.
Bitte beachten Sie, dass der SPLG-Grouper nur Komplettdateien, nicht aber sogenannte Teillieferungen unterstützt.
Das BFS-MS-Format wurde vom Bundesamt für Statistik definiert. Das Dokument “Variablen der Medizinischen Statistik (Schnittstellenkonzept)” definiert Format und Inhalt.
Das SDEP-Format wurde vom Amt für Gesundheit definiert. Für einen Fall gibt es Records in mehreren Dateien. Die Medizinischen Daten sind identisch wie im BFS-MS-Format kodiert. Das heisst, die BFS-MS-Datei kann direkt verwendet werden. Kantonsspezifische zusätzliche Daten werden in sogenannten SDEP-ZH-Records in einer separaten Datei abgelegt. Relevant für den SPLG-Grouper sind hier lediglich allfällig die Angaben zu den Operierenden sowie bei Psychatriefällen die Variable «Freiwilligkeit». In einer dritten Datei werden die sogenannten SDEP-KTR-Records erhoben, welche sich mit Kostenfragen beschäftigen. Diese sind für den SPLG-Grouper nicht relevant.
Der SPLG-Grouper erkennt automatisch die Dateitypen und liest zuerst die SDEP-ZH-Records ein, um die Informationen über die Operierenden respektive die Freiwilligkeit zu bekommen. Danach werden die Falldaten aus den BFS-MS-Daten gelesen. Für jeden Fall werden, sofern vorhanden, die Daten der Operierenden respektive die Freiwilligkeit ergänzt. Die so komplettierten Falldaten werden schliesslich von SPLG-Grouper gruppiert.
Das SwissDRG-Format wurde von der SwissDRG AG als Eingabeformat für den SwissDRG-Grouper definiert.